{"id":128,"date":"2021-06-04T08:52:31","date_gmt":"2021-06-04T08:52:31","guid":{"rendered":"http:\/\/tiertcmaktuell.de\/?p=128"},"modified":"2021-06-04T08:52:31","modified_gmt":"2021-06-04T08:52:31","slug":"resistente-keime","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tiertcmaktuell.de\/?p=128","title":{"rendered":"Resistente Keime"},"content":{"rendered":"\n<p>Keime oder Mikroben sind \u00fcberall, im Wasser, im Boden, in der Luft, auf Fleisch und Sauerkraut und auch im Darm. Seit Milliarden von Jahren bev\u00f6lkern sie die Erde und machen Leben erst m\u00f6glich. Ihre Aufgaben sind vielschichtig. Sie k\u00f6nnen als Freunde oder als Feinde auftreten. Sie sind vielgestaltig. Zu ihnen z\u00e4hlen:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Mikroben\/Mikroorganismen: kleinste, meist einzellige Lebewesen.<\/li><li>Bakterien: einzellige Mikroorganismen ohne Zellkern<\/li><li>Kokken: Kugelf\u00f6rmige Bakterien<\/li><li>Bazillen: st\u00e4bchenf\u00f6rmige Bakterien, wichtig f\u00fcr die Mikrobiologie des Bodens, wandeln organische Substanzen um.<\/li><li>Spirillen: spiralf\u00f6rmige Bakterien<\/li><li>Archaebacteria: in den 70er Jahren entdeckte Urbakterien, die auch in Extremverh\u00e4ltnissen, wie 110\u00b0 und in S\u00e4uren \u00fcberleben k\u00f6nnen.<\/li><li>Viren und Bakteriophagen: Micropartikel, die zur Vermehrung Zellen von Lebewesen nutzen. Sie heften sich an lebende Zellen und nutzen deren Stoffwechsel. Sie sind keine eigenst\u00e4ndigen Lebewesen.<\/li><li>Prionen: infekti\u00f6se Proteinpartikel, Krankheitserreger, die t\u00f6dlich und vererbbar sind.<\/li><li>Algen: ein -und mehrzellige Organismen, deren Lebensraum Wasser und Feuchtigkeit ist.<\/li><li>Pilze: Lebewesen, deren Zellw\u00e4nde Chitin und\/oder Zellulose enthalten. Sie gelten als eigenst\u00e4ndiges Reich neben Pflanzen und Tieren.<\/li><li>Flechten: Symbiose aus Algen\/Blaualgen mit Pilzen.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><a><strong>Aufgaben der Bakterien in der Umwelt<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ohne Bakterien ist kein Leben m\u00f6glich. Bakterien zersetzen Stoffe und stellen sie anderen Lebensformen als Nahrung bereit, zum Beispiel den Pflanzen als kompostierte Erde. Bakterien sind Teil des Stickstoff &#8211; und Kohlenstoff-Kreislauf und sie sind gemeinsam mit Algen und gr\u00fcnen Pflanzen an der Photosynthese beteiligt.<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Die Besiedelung des S\u00e4ugetiers durch Bakterien<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Haut und die meisten der Schleimh\u00e4ute sind durch Mikroben besiedelt. Alle Abschnitte des Verdauungstraktes, der Urogenitalorgane und die gesamte Hautoberfl\u00e4che inklusive der Augen werden von unterschiedlichen Mikrobengesellschaften bewohnt. Ihre Aufgaben beginnen bei der Unterst\u00fctzung des Immunsystems indem sie eine Barriere gegen\u00fcber krankmachenden Eindringlingen bilden. Sie sind an der Bildung und Aufnahme von Vitaminen beteiligt und verwerten und entsorgen Abfallstoffe. Bei vielen Stoffwechselprozessen bieten sie Unterst\u00fctzung.<\/p>\n\n\n\n<p>Befindet sich die Mikroflora im Gleichgewicht so dient sie der Gesundheit des Wirtes. Jede externe oder interne St\u00f6rung f\u00fchrt zu Krankheit.<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Bakterien und der Verdauungstrakt<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Schleimh\u00e4ute des Verdauungstraktes verf\u00fcgen \u00fcber ein eigenes Abwehrsystem, das &#8222;Mukosa-Immunsystem&#8220;. Dringen Fremdeiwei\u00dfe\/Antigene in den Verdauungstrakt, reagiert das Abwehrsystem mit der Bildung von Antik\u00f6rper-Eiwei\u00dfstoffen, den IgA-Molek\u00fclen. Diese Antigen-Antik\u00f6rper-Reaktion aktiviert die Bildung von Lymphozyten im Respirationstrakt, im Verdauungstrakt und im Urogenitaltrakt. Bei fortgesetztem Antigenkontakt werden Phagozyten\/Fresszellen aktiviert und Zytokine freigesetzt. Diese Signalmolek\u00fcle regulieren die Immunantwort. Die Phagozyten, unterteilt in neutrophile Granulozyten, Monozyten und Makrophagen, durchlaufen in der Kindheit ein Training, in dem sie lernen k\u00f6rpereigene Zellen von Eindringligen zu unterscheiden. Die Lymphozyten als Unterscheidungszellen teilen den Fresszellen mit, wer erw\u00fcnscht und wer unerw\u00fcnscht ist.<\/p>\n\n\n\n<p>Auch das Nervensystem ist durch die Aussch\u00fcttung von Neurotransmittern an der Koordination der Abwehr beteiligt. Vergleicht man die K\u00f6rperabwehr mit einer Streitkraft, so haben Eindringlinge kaum eine Chance durchzukommen, wenn die Verteidigungslinien optimal besetzt sind.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine wichtige Barriere bildet die Kolonisationsresistenz. Die k\u00f6rpereigenen Mikroflora verhindert die Ansiedlung m\u00f6glicher pathogener Keime. \u00dcberwinden sie diese erste Barriere des Darms, so wird das weitere Vordringen vom Mukosa-Immunsystem verhindert. Eindringlinge die diese H\u00fcrde genommen haben, werden von Antigen-Antik\u00f6rper-Reaktionen und Fresszellen aufgehalten. dringen zu viele Keime ein, und \u00fcberleben, werden sie im K\u00f6rper Infektionen ausl\u00f6sen und ihn gegebenenfalls t\u00f6ten.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies ist eine stark vereinfachte Darstellung der komplexen Vorg\u00e4nge im K\u00f6rper. Andere Mechanismen wie das Nervensystem, das Hormonsystem und die Psyche m\u00fcssen im Kontext von Krankheiten und deren Abwehr mitber\u00fccksichtigt werden.<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Antibiotika<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Das letzte Jahrhundert wird in die Medizingeschichte als das der Antibiotika eingehen. Entdeckung und Anwendung der Antibiotika geh\u00f6ren zu den bedeutendsten Entwicklungen der Medizingeschichte. Louis Pasteur formulierte den Satz \u201eLeben verhindert Leben\u201c, nachdem er 1877 erkannt hatte, dass sich manche Bakterienarten gegenseitig am Wachstum hindern.<\/p>\n\n\n\n<p>1893\u20131897: Vorarbeiten von Gosio und Duchesne<\/p>\n\n\n\n<p>Aus einem Schimmelpilz der Gattung Penicillium isolierte Bartolomeo Gosio 1893 Mycophenols\u00e4ure, die er sogar kristallin darstellen konnte. Gosio beobachtete, dass er damit das Wachstum des Milzbranderregers behindern konnte. Er ver\u00f6ffentlichte diese Arbeiten 1893 und noch einmal 1896; sie wurden jedoch international nicht wahrgenommen, wohl weil er auf Italienisch schrieb.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenfalls bereits drei\u00dfig Jahre vor Alexander Fleming, dem \u201eoffiziellen\u201c Entdecker des Penicillins, schrieb der franz\u00f6sische Milit\u00e4rarzt Ernest Duchesne seine Doktorarbeit \u00fcber seine als Medizinstudent gemachte Beobachtung, dass bestimmte Schimmelpilze \u00fcber antibiotische \u2013 also Bakterien abt\u00f6tende \u2013 Eigenschaften verf\u00fcgen. Er gilt heute als erster Entdecker der antimikrobiellen Wirksamkeit von Schimmelpilzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Angeregt wurden seine Forschungen durch die Beobachtung, dass die im Milit\u00e4rhospital besch\u00e4ftigten arabischen Stallknechte die S\u00e4ttel f\u00fcr die Pferde in einem dunklen, feuchten Raum aufbewahrten, um die Bildung von Schimmelpilzen zu f\u00f6rdern. Auf Duchesnes Frage, warum sie das t\u00e4ten, antworteten die Stallburschen, dadurch w\u00fcrden die Wunden, die durch das Scheuern der Sattel entst\u00fcnden, schneller abheilen. 1896 bereitete Duchesne eine L\u00f6sung aus diesen Schimmelpilzkulturen zu und injizierte sie mehreren erkrankten Meerschweinchen. Wie sich herausstellte, genasen alle Versuchstiere nach verabreichter Injektion.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Was sind Antibiotika?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Antibiotikum (griech. anti- \u201egegen\u201c und bios \u201eLeben\u201c; Mehrzahl: Antibiotika) ist ein Stoff, der einen hemmenden Einfluss auf den Stoffwechsel von Mikroorganismen hat und so deren Vermehrung oder Weiterleben unterbindet. In der Regel werden Antibiotika als Arzneistoffe zur lokalen oder systemischen (im ganzen K\u00f6rper wirkend) Therapie bakterieller Infektionskrankheiten definiert.<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Herkunft<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Antibiotika werden als nat\u00fcrliche Stoffwechselprodukte von Bakterien, Pilzen und h\u00f6heren Organismen (z.B. Pflanzen, Amphibien, Manteltieren) gebildet. Sie dienen zum Beispiel der Abwehr von Infektionen oder schalten direkte Konkurrenten im Ressourcenwettbewerb aus. Zur Arzneimitteltherapie verwendet man Substanzen, die entweder vollsynthetisch, teilsynthetisch oder biotechnologisch gewonnen werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Sie werden meist von Pilzen oder Bakterien produziert, deren Antibiotikaproduktion und -spektrum durch Ver\u00e4nderungen der Gene im Vergleich zu den Wildst\u00e4mmen gesteigert wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Wie wirken Antibiotika?<\/strong><\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zum Verst\u00e4ndnis von Resistenzproblemen muss man die Wirkmechanismen der Antibiotika und der Erreger betrachten. Es ist ein Teufelskreis aus Resistenzen, Abwehrschw\u00e4chen und Kettenreaktionen entstanden.<\/p>\n\n\n\n<p>Antibiotika hemmen das Wachstum von Mikroben oder t\u00f6ten sie, indem sie die Gen- oder die Protein\/Eiwei\u00df-Synthese hemmen, die Durchl\u00e4ssigkeit der Zellmembran \u00e4ndern oder den Zellstoffwechsel sch\u00e4digen.<\/p>\n\n\n\n<p>Werden sie im Kapseln eingenommen, gelangen sie \u00fcber die Magen-Darm-Passage und die Leber in den Blutkreislauf und von dort aus an ihren Zielort, den eigentlichen Krankheitserreger. Auf dem Weg dorthin begegnen sie vielen Mikroben die zur gesunden Flora geh\u00f6ren und dem Mukosa-Abwehrsystem. Da Antibiotika nicht selektiv wirken, entfalten sie auf der gesamten Passage ihre bakteriostatische oder bakterizide Wirkung und st\u00f6ren das nat\u00fcrliche Gleichgewicht der gesunden Mikroflora. H\u00e4ufige Gaben verst\u00e4rken diesen Vorgang.<\/p>\n\n\n\n<p>Werden Antibiotika durch Injektion verabreicht, so tritt schnell eine Wirkung im ganzen K\u00f6rper ein.<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Wie reagieren Bakterien auf Antibiotika?<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Ein Beispiel: Ein bestimmtes Antibiotikum hemmt die Bildung der Zellwand von Bakterien durch einen Inhaltsstoff (Beta-Laktam-Antibiotika).<\/p>\n\n\n\n<p>Einige Bakterien (z.B. Staphylokokken) sind in der Lage ein Enzym zu bilden, das eben diesen Wirkstoff inaktiviert. Ist eine h\u00f6here Konzentration von Beta-Laktam-Antibiotikum vorhanden, wird auch das Enzym vermehrt gebildet. Das ist eine m\u00f6gliche Resistenzbildung von vielen Strategien, die Bakterien entwickeln. Um diese Resistenzentwicklung zu \u00fcberlisten sind Hemmstoffe gegen die Enzyme der Bakterien (z.B. Clavulans\u00e4ure) entwickelt worden, die bei gleichzeitiger Gabe mit dem Antibiotikum dessen Wirksamkeit erh\u00f6hen, allerdings wurden k\u00fcrzlich zunehmend Bakterienst\u00e4mme beobachtet, die wiederum dagegen Enzyme bilden&#8230;&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p>Eine andere M\u00f6glichkeit der Bakterien sich gegen Antibiotika zu wehren ist ein spezielles Resistenzgen, das nicht auf dem bakteriellen chromosomalen Erbgut, sondern davon getrennt, auf einem kleinen mobilen genetischen Element sitzt, das Plasmid genannt wird. Solche Resistenzplasmide k\u00f6nnen leicht zwischen verschiedenen Bakterien ausgetauscht werden, so dass es auf diesem Weg zu einer Weiterverbreitung der Resistenz kommen kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Wie entstehen Resistenzen?<\/strong><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eDort, wo Antibiotika h\u00e4ufig eingesetzt werden, gedeihen resistente Bakterien: bei Patientinnen und Patienten im Krankenhaus, im Pflanzenschutz oder bei Nutztieren im Stall. Neben Erregern wie dem im Krankenhaus gef\u00fcrchteten methicillinresistenten Staphylococcus aureus (MRSA) verdienen auch antibiotikaresistente Bakterien auf Lebensmitteln, wie Salmonellen oder Campylobacter, Aufmerksamkeit: Sie werden regelm\u00e4\u00dfig auf roher Putenbrust oder H\u00e4hnchenkeulen nachgewiesen. Zwar t\u00f6ten ausreichendes Kochen und Braten die Bakterien ab. Wenn sie jedoch vorher auf andere Nahrungsmittel wie Salat oder Brot gelangen, <strong>k\u00f6nnen sie bei Verzehr im Verdauungstrakt zu Erkrankungen f\u00fchren oder ihre Resistenzen an andere Bakterien im Organismus \u00fcbertragen. <\/strong>Verbreiten sich die Erreger und ihre Resistenzgene, werden sie zum Problem &#8211; weil Antibiotika dann m\u00f6glicherweise nicht mehr wirken.\u201c (Quelle:https:\/\/www.bfr.bund.de\/de\/presseinformation\/2019\/19\/antibiotika_am_limit__bakterien_wappnen_sich_gegen_reservemittel-240989.html, zuletzt am 7.3.2021 gepr\u00fcft)<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Andere M\u00f6glichkeiten der Resistenzbildung<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Eine Infektion wird mit einem Antibiotikum bek\u00e4mpft, es bleiben wenige Erreger in Nischen zur\u00fcck. Hat nur eines der Bakterien ein Resistenzgen, das eben das verabreichte Antibiotikum erkennen und abwehren kann, wird es sich, in der durch das Antibiotikum &#8222;aufger\u00e4umten&#8220; Umgebung auch ungest\u00f6rt vermehren k\u00f6nnen. Nach einer Regenrationszeit kann die Infektion erneut aufflammen und nun ist das Antibiotikum unwirksam.<\/p>\n\n\n\n<p>Da Infektionen naturgem\u00e4\u00df \u00fcbertragbar sind, werden damit auch die Resistenten Bakterien weitergegeben. Gerne dort, wo sich viele kranke oder geschw\u00e4chte Menschen oder Tiere aufhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Eine weitere M\u00f6glichkeit der Resistenzausbreitung sind Gen-Informations-\u00dcbertragungen von Bakterium zu Bakterium. Dieser findet auch zwischen unterschiedlichen Bakterienarten statt. Diese Strategie wird durch die Anwesenheit von Antibiotika gef\u00f6rdert.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich werden Resistenzgene <strong>mit<\/strong> dem Antibiotikum verabreicht. Die Anzucht der Antibiotika erfolgt auf Substraten aus Pilzen u.a. Diese sind gegen das Antibiotikum resistent. Ihre DNS l\u00e4sst sich nicht in allen F\u00e4llen von dem Antibiotikum trennen und gelangt so in den erkrankten K\u00f6rper. Das Erreger-Bakterium nimmt die Fremd DNS dankbar auf&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Wie intelligent Bakterien sind zeigen folgende Antibiotika-Abwehr-Strategien:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Resistenzgene aktivieren eine verminderte Durchl\u00e4ssigkeit der Zellmembran, Antibiotika k\u00f6nnen nicht eindringen.<\/li><li>Eingedrungene Antibiotika werden wieder herausgepumpt bevor sie wirken k\u00f6nnen.<\/li><li>Die Struktur des Bakteriums \u00e4ndert sich, das Antibiotikum findet keinen Angriffspunkt.<\/li><li>Gezielt gebildete Spaltsysteme des Bakteriums greifen die Antibiotika-Molek\u00fcle an und vernichten oder inaktivieren sie.<\/li><li>Auch mehrere dieser Mechanismen stehen einem Bakterium zur Verf\u00fcgung.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><strong>Desinfektionsmittel k\u00f6nnen Antibiotikaresistenzen f\u00f6rdern<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><em>\u201eKreuzresistenzen: Diese entstehen, wenn ein Resistenzmechanismus Mikroorganismen unempfindlich gegen gleich mehrere antimikrobielle Wirkstoffe macht. Unter anderem k\u00f6nnen sogenannte Effluxpumpen daf\u00fcr verantwortlich sein: Sie transportieren Biozide und Antibiotika aus den Bakterienzellen heraus.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Co-Selektion: H\u00e4ufig befinden sich in Bakterien mehrere Resistenzgene gemeinsam auf mobilen genetischen Elementen wie Plasmiden. Verschiedene Resistenzen k\u00f6nnen dann gleichzeitig auf ein Bakterium \u00fcbertragen und durch Biozide co-selektiert, also angereichert, werden.<\/em><\/p>\n\n\n\n<p><em>Stimulierung der \u00dcbertragung: Geringe, nichtt\u00f6dliche Biozidkonzentrationen k\u00f6nnen die \u00dcbertragungsrate von Plasmiden erh\u00f6hen und damit m\u00f6glicherweise die Verbreitung von Resistenzgenen direkt f\u00f6rdern.\u201c<\/em><\/p>\n\n\n\n<p>Quelle: <a href=\"https:\/\/www.bfr.bund.de\/cm\/343\/resistenz-entwicklung-gegen-desinfektionsmittel-in-der-lebensmittelkette.pdf\">https:\/\/www.bfr.bund.de\/cm\/343\/resistenz-entwicklung-gegen-desinfektionsmittel-in-der-lebensmittelkette.pdf<\/a>, 2021.03.07<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Die Aussichten<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Bakterien haben einen derart kurzen Entwicklungszyklus, dass die Pharmaindustrie mit ihren Antworten nicht mehr nachkommt. Enterokokken sind bereits gegen das m\u00e4chtige Vancomycin resistent. Enterokokken sind in ihren angestammten Lebensr\u00e4umen nicht pathogen, \u00fcbertragen aber ihre Resistenzinformationen auf pathogene (krankmachende) Bakterien. F\u00fcr die Gattung Staphylokokken, die bereits gegen fast jedes Antibiotikum resistent sind, w\u00fcrde das bedeuten, dass gegen sie kein einziges Antibiotikum mehr wirksam w\u00e4re.<\/p>\n\n\n\n<p><em>&#8222;Neue antimikrobiell anwendbare Medikamente sind nicht in Sicht. Der Grund: Viele namhafte Pharmafirmen sind aus diesem Milliardengesch\u00e4ft ausgestiegen-&#8222;Die Pipeline ist ausgetrocknet&#8220;, so ein verantwortlicher Wissenschaftler aus den USA.&#8220;<\/em> (Quelle: Volker Rusch, Bakterien-Freunde oder Feinde)<\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Weitere Faktoren zur Bildung von Resistenzen<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Antibiotika wurden und werden nicht nur zur Behandlung von Krankheiten eingesetzt, sondern auch in der Massentierhaltung. <strong>Dabei wurden 70% zur Mast und 30% f\u00fcr Krankheiten und deren Prophylaxe eingesetzt.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><a><strong>Das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung<\/strong><\/a><strong> schreibt dazu:<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>21.07.1995 Resistenzen gegen Tierarzneimittel breit erfasst<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die Ergebnisse einer Resistenzauswertung von Bakterienarten, die als Krankheitserreger bei landwirtschaftlichen Nutz- und Haustieren von Bedeutung sind, hat das Bundesinstitut f\u00fcr gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterin\u00e4rmedizin, BgVV, jetzt als Berichtsband ver\u00f6ffentlicht. In die Untersuchungen, die an 29 Instituten methodisch einheitlich erfolgten, wurden die f\u00fcnf neuen und sieben alte Bundesl\u00e4nder einbezogen. Alle in der Veterin\u00e4rmedizin verf\u00fcgbaren Arzneimittelwirkstoffe wurden in Antibiogrammen getestet&#8230;&#8230;.. Bei der Therapie von Hunden muss auf Resistenzen bei Clostridium perfringens, Staphylococcus aureus, Staphylococcus intermedius und Streptokokken geachtet werden.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>29.01.1996 Avoparcin als Futterzusatzstoff in der Tierern\u00e4hrung vorl\u00e4ufig verboten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neue Daten erh\u00e4rten den Verdacht auf Resistenzentwicklung<\/p>\n\n\n\n<p><strong>13.02.1996 Leichter Anstieg der Resistenzen gegen &#8222;neue&#8220; Tierarzneimittel zu beobachten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Vor einem Einsatz von Antibiotika immer die Empfindlichkeit der Erreger pr\u00fcfen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>07.08.1996 R\u00fcckstandskontrollen bei Schlachttieren und Fleisch belegen die fortw\u00e4hrende illegale Anwendung bestimmter Substanzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Die illegale Anwendung bestimmter Substanzen in der Tiermast hat im Jahr 1995 zugenommen. Dies zeigen die Ergebnisse der Kontrollen auf R\u00fcckst\u00e4nde bei Schlachttieren und Fleisch, deren Durchf\u00fchrung in Deutschland seit 1989 auf der Grundlage des nationalen R\u00fcckstandskontrollplanes vom Bundesinstitut f\u00fcr gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterin\u00e4rmedizin koordiniert wird.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>14.04.1997 BgVV fordert zu zur\u00fcckhaltendem und sorgsamem Umgang mit Tierarzneimitteln und Futterzusatzstoffen auf<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Neben anderen Institutionen hat sich die Weltgesundheitsorganisation, WHO, besorgt \u00fcber die weltweite Entwicklung der Resistenzsituation gegen\u00fcber Antibiotika ge\u00e4u\u00dfert. Zu den Faktoren, die die Ausbildung von Resistenzen f\u00f6rdern, z\u00e4hlen in erster Linie die \u00dcberanwendung von Antibiotika in der Humanmedizin, aber auch der Einsatz von Antibiotika bei Tieren und Pflanzen wird als erg\u00e4nzender Faktor diskutiert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>02.05.1997 Erneut illegale Wirkstoffe bei lebensmittelliefernden Tieren eingesetzt<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>06.10.1997 BgVV will Beobachtung von Tierarzneimitteln nach der Zulassung intensivieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Pharmakovigilanz soll Verbraucher- und Tierschutz gleicherma\u00dfen gew\u00e4hrleisten<\/p>\n\n\n\n<p><strong>20.02.2002 Experten empfehlen: Einsatz von Fluorchinolonen auf das therapeutisch notwendige Ma\u00df begrenzen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;Seit etwa zehn Jahren wird ein Anstieg der Resistenzen gegen\u00fcber Fluorchinolonen beobachtet. Zu den fluorchinolon-resistenten Keimen geh\u00f6ren u.a. bestimmte Salmonellen- und Campylobacter-St\u00e4mme. Diese Keime sind bei Tieren weit verbreitet, gehen hier aber selten mit Erkrankungen einher. Werden sie auf den Menschen \u00fcbertragen, k\u00f6nnen sie unterschiedlich schwere Magen-Darminfektionen hervorrufen. Wenn es sich dabei um fluorchinolon-resistente Keime handelt, bleiben therapeutisch eingesetzte Fluorchinolone wirkungslos. Obwohl viele der durch Salmonellen oder Campylobacter hervorgerufenen Erkrankungen eher leicht verlaufen, h\u00e4ngt der &#8222;Krankheitswert&#8220; der Resistenzentwicklung stark vom Immunstatus des einzelnen Menschen ab. Im Einzelfall kann er dramatisch sein und zum Tod f\u00fchren. <strong>Neben anderen gilt der Lebensmittelpfad deshalb als bedeutender Faktor bei der Ausbreitung von Resistenzen.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>01.04.2003 -Resistenz bei Keimen in der Fleischproduktion zu hoch<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Problematisch ist nach Ansicht der BfR-Wissenschaftler auch, dass die beim Rind und Schwein gefundenen resistenten Keime zu \u00fcber 90 % unempfindlich gegen\u00fcber f\u00fcnf und mehr verschiedenen Antibiotika sind. Das gilt f\u00fcr E. coli- und Salmonella-St\u00e4mme gleicherma\u00dfen. Tr\u00e4ger dieser Resistenz sind sogenannte &#8222;Integrons&#8220;. Bei &#8222;Integrons&#8220; handelt es sich um genetisches Material. Sie sind sehr mobil und wirken als eine Art &#8222;Gentaxi&#8220;. Sie k\u00f6nnen Resistenzgene sowohl innerhalb der eigenen Art als auch art\u00fcbergreifend &#8222;transportieren&#8220;. Damit besteht die Gefahr, dass die Multiresistenz auch auf bisher nichtresistente Salmonella- bzw. E. coli-St\u00e4mme, m\u00f6glicherweise sogar auf andere Zoonosen-Erreger \u00fcberspringt.<\/p>\n\n\n\n<p>Die bisherigen Ergebnisse des Forschungsprojekts zeigen, dass es zwischen den aus Lebensmitteln und Tierbest\u00e4nden isolierten resistenten Keimen weder im Hinblick auf die genetischen Eigenschaften noch auf die H\u00e4ufigkeit des Vorkommens der Resistenzen Unterschiede gibt. Das bedeutet, dass resistente Zoonosen-Erreger aus den St\u00e4llen \u00fcber die Nahrung zum Menschen gelangen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.01.2014 Keime in der K\u00fcche: Tipps zur Lebensmittelhygiene<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>BfR aktualisiert Empfehlungen zum Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt<\/p>\n\n\n\n<p><strong>26.06.2014 Tierische Nebenprodukte bei der Schlachtung: Risiko oder Rohstoff?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Werden Rinder, Schweine und Gefl\u00fcgel zur Gewinnung von Lebensmitteln geschlachtet, fallen auch Nebenprodukte an, die nicht f\u00fcr den Verzehr bestimmt sind. Dazu geh\u00f6ren neben bestimmten Organen und K\u00f6rperteilen auch Knochen, Haut, Federn oder Fett. Aus einem Teil dieser tierischen Nebenprodukte k\u00f6nnen Folgeprodukte hergestellt werden, die f\u00fcr die <strong>Produktion von Kosmetika, Heimtierfutter, Arzneimitteln oder Leder eingesetzt werden<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>19.01.2015 Herausforderung Antibiotikaresistenzen &#8211; eine ganzheitliche Betrachtung und neueste Erkenntnisse zur Risikowahrnehmung<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;.Das BfR begr\u00fc\u00dft das Antibiotika-Minimierungskonzept in der Tierhaltung des Bundesministeriums f\u00fcr Ern\u00e4hrung und Landwirtschaft (BMEL) und <strong>empfiehlt <\/strong>die Anwendung von Antibiotika, insbesondere von Antibiotika mit besonderer Bedeutung f\u00fcr die Humanmedizin, in der Tierproduktion kritisch zu hinterfragen. <strong>Haltung und Management der Tierbest\u00e4nde sollten so verbessert werden, dass die Tiere gesund bleiben und eine Behandlung mit Antibiotika nicht erforderlich ist<\/strong>&#8230;..<\/p>\n\n\n\n<p><strong>02.11.2015 Einsatz von Antibiotika in der Landwirtschaft r\u00fcckl\u00e4ufig, Antibiotikaresistenzen stagnieren<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>BfR veranstaltet internationales Symposium \u201eAntibiotikaresistenz in der Lebensmittelkette\u201c am 2. und 3. November in Berlin<\/p>\n\n\n\n<p>\u2026..Der Vergleich von Resistenzmustern entlang der Lebensmittelkette zeigt, dass Erreger, die im Stall nachgewiesen werden, entlang der Lebensmittelkette verschleppt werden und \u00fcber kontaminiertes Fleisch in Privathaushalte gelangen k\u00f6nnen. Experimentelle Untersuchungen zeigen, dass hohe Keimzahlen w\u00e4hrend der Verarbeitung von Fleisch auf K\u00fcchenutensilien \u00fcbergehen k\u00f6nnen. Der Eintrag von resistenten Keimen \u00fcber rohes Fleisch in den Privathaushalt kann bei mangelnder K\u00fcchenhygiene somit dazu f\u00fchren, dass Verbraucherinnen und Verbraucher resistente Keime aufnehmen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>07.01.2016 \u00dcbertragbare Colistin-Resistenz in Keimen von Nutztieren in Deutschland<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>BfR weist auf die \u00dcbertragbarkeit eines Resistenzgens in der Human- und Veterin\u00e4rmedizin hin:<\/p>\n\n\n\n<p>Erste Untersuchungsergebnisse aus dem Resistenzmonitoring am Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) zeigen, dass das erstmalig in China nachgewiesene \u00fcbertragbare Gen <em>mcr-1<\/em>, das eine Resistenz gegen\u00fcber dem Antibiotikum Colistin verursacht, auch in Darmbakterien von Nutztieren in Deutschland weit verbreitet ist. Am h\u00e4ufigsten wird diese Colistin-Resistenz bei <em>Escherichia coli<\/em> von Mastgefl\u00fcgel nachgewiesen. \u00dcbertragbare Resistenzgene k\u00f6nnen von harmlosen Darmbakterien, den sogenannten kommensalen Keimen, auf Krankheitserreger \u00fcbertragen werden und die Therapie gegen diese Krankheitserreger erschweren. Bisher wurde davon ausgegangen, dass eine Resistenz gegen\u00fcber Colistin nicht zwischen Bakterien \u00fcbertragen werden kann.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>26.04.2017 Antibiotikaresistenzen: Erfolge interdisziplin\u00e4rer Anstrengungen<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>&#8230;.In Krankenh\u00e4usern nahm der Anteil der ESBL-positiven <em>E.coli<\/em> und Klebsiellen an allen im Krankenhaus erworbenen Infektionen mit diesen Enterobakterien in Deutschland zwischen 2007 und 2012 von 11,9 % auf 15,4 % zu&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201e&#8230;. Wir haben gezeigt, dass besonders der unmittelbare Kontakt zu MRSA-tragenden Nutztieren, wie er bei Landwirten oder Tier\u00e4rzten besteht, ein hohes Risiko f\u00fcr die \u00dcbertragungen darstellt. In der Schweinehaltung tragen mehr als 80% der Landwirte den Keim.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Nicht nur bei Nutztieren, sondern auch bei Pferden, Hunden und Katzen treten MRSA zunehmend als Erreger von Wundinfektionen auf. Die bei diesen Tieren nachgewiesenen MRSA unterscheiden sich aber von denen bei Nutztieren.<\/p>\n\n\n\n<p>Im Rahmen des Projektes wurden nicht nur MRSA bei Nutztieren und Landwirten nachgewiesen, sondern auch andere Bakterien, wie z.B. Enterokokken und Koagulase-negative Staphylokokken, die gegen\u00fcber Substanzen, wie z.B. Linezolid oder Daptomycin, resistent sind und in der Humanmedizin als Reserveantibiotika verwendet werden. &#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>10.07.2017 Lebensmittel aus Bl\u00e4ttern und Gr\u00e4sern k\u00f6nnen Krankheitserreger enthalten<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>BfR gibt Hygienetipps zum Umgang mit Salaten, Kr\u00e4utern, Tees, Smoothies und anderen pflanzlichen Lebensmitteln<\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland werden zunehmend Blatt- und Grasprodukte verzehrt. Diese k\u00f6nnen mit verschiedenen Krankheitserregern belastet sein. Deshalb ver\u00f6ffentlicht das Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung (BfR) jetzt eine ausf\u00fchrliche Stellungnahme zur Belastung von Blatt- und Grasprodukten mit Bakterien, die beim Menschen Erkrankungen verursachen k\u00f6nnen. \u201eSalate, Blattgem\u00fcse, Kr\u00e4uter, Tees und gr\u00fcne Smoothies werden von den meisten Menschen als rundum gesunde Nahrungsmittel wahrgenommen\u201c, sagt BfR-Pr\u00e4sident Professor Dr. Dr. Andreas Hensel. \u201eUmso wichtiger ist es darauf hinzuweisen, dass auch bei diesen Lebensmitteln Hygienema\u00dfnahmen notwendig sind. Unabh\u00e4ngig davon ist eine ausgewogene Ern\u00e4hrung mit viel Obst und Gem\u00fcse tats\u00e4chlich die beste Ern\u00e4hrungsstrategie.\u201c Zu den vom BfR bewerteten Produkten geh\u00f6ren frische Blattgem\u00fcse einschlie\u00dflich Blattsalate und Kr\u00e4uter, getrocknete Blatt- und Grasprodukte wie Nahrungserg\u00e4nzungsmittel, getrocknete Kr\u00e4uter und Teebl\u00e4tter sowie gr\u00fcne Smoothies.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>08.11.2018 Resistente Keime: K\u00f6nnen Rohkost und Salat ein Gesundheitsrisiko sein?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Salate sind beliebte Lebensmittel, um sich ausgewogen und gesund zu ern\u00e4hren. F\u00fcr den Konsum werden sie oft bereits fertig geschnitten und in Folie verpackt zum Kauf angeboten. Von solchen Frischeprodukten ist bekannt, dass sie mit Hygiene-relevanten Keimen kontaminiert sein k\u00f6nnen. Dass darunter auch Keime sind, die Resistenzen gegen Antibiotika tragen, hat eine Arbeitsgruppe unter Federf\u00fchrung von Professor Dr. Kornelia Smalla vom Julius-K\u00fchn-Institut (JKI) nachgewiesen. \u201eDiesem Befund m\u00fcssen wir auf den Grund gehen\u201c, sagte Professor Dr. Georg Backhaus, Pr\u00e4sident des Julius-K\u00fchn-Instituts. <strong>Bekannt ist, dass antibiotikaresistente Bakterien in G\u00fclle, Kl\u00e4rschlamm, Boden und Gew\u00e4ssern vorkommen. \u201eDieser besorgniserregende Nachweis auf Pflanzen reiht sich in \u00e4hnliche Befunde bei anderen Lebensmitteln ein\u201c<\/strong>, erg\u00e4nzt Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Pr\u00e4sident des Bundesinstituts f\u00fcr Risikobewertung. \u201eWas dies f\u00fcr das gesundheitliche Risiko von Verbraucherinnen und Verbrauchern bedeutet, wird jetzt vordringlich bewertet.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Die aktuelle Situation<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In Deutschland infizieren sich jedes Jahr sch\u00e4tzungsweise 400.000 bis 600.000 Patientinnen und Patienten im Krankenhaus mit einem Erreger. Ungef\u00e4hr 10.000 bis 15.000 dieser Krankenhausinfektionen f\u00fchren zum Tod. Eine Hochrechnung der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Krankenhaushygiene e.V. geht sogar von 800.000 bis 1,2 Millionen nosokomialen Infektionen und 20.000 bis 30.000 Todesf\u00e4llen pro Jahr in Deutschland aus.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Fazit<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Diese Statements des Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung der letzten 25 Jahre lassen nur den Schluss zu, dass der Gesetzgeber nicht ad\u00e4quat reagiert, die Problematik nicht ernst nimmt oder sich einer gewichtigen Lobby unterwirft. Ernst zu nehmen ist die illegale Anwendung der Antibiotika in der Masttierhaltung in gro\u00dfen Stil. Eine \u00c4nderung der Tierhaltung hin zu einer artgerechten Haltung ist die einzige M\u00f6glichkeit aus diesem Kreislauf auszutreten. Wenn mehrere hundert oder tausend Tiere auf engstem Raum zusammen gepfercht vegetieren, so sind Infektionen ohne Medikamente nicht einzud\u00e4mmen.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Warnungen vor dem Verzehr von ungekochtem Gem\u00fcse und Salaten grenzt an eine Farce. Da wird die mit resistenten Keimen verseuchte G\u00fclle auf Felder zur Herstellung von sogenannten \u201eLebensmitteln\u201c aufgebracht. Enthalten sind gleich auch reichlich Antibiotika. Unbenannt ist das Problem der Abw\u00e4sser und des Kl\u00e4rschlammes, die ebenfalls zur Verbreitung der Probleme beitragen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Betrifft das den Tierhalter und seine Tiere?<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Welchen Risiken ist der Tierhalter ausgesetzt?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Die Risiken sind bei Einhaltung der \u00fcblichen hygienischen Standards relativ gering.<\/li><li>Dennoch werden immer h\u00e4ufiger Patienten in der Tierheilpraxis vorgestellt, die bei allt\u00e4glichen Infektionsgeschehen nur eine geringe Sensitivit\u00e4t auf verschiedene Antibiotika zeigen. Das k\u00f6nnen schlecht oder nicht heilende Wunden sein oder auch bakterielle Infektionen der Atemwege. Auch nach dentalen Operationen treten immer wieder Heilungsschwierigkeiten auf. Patientenbesitzer suchen daher naturheilkundliche Hilfe.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Welches Risiko bringt barfen mit sich?<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Ganz sicher besteht ein hohes Infektions-Risiko bei der Zubereitung von rohem Fleisch. Der Verzehr sollte bei Abwehr geschw\u00e4chten Tieren ebenso gut erw\u00e4gt werden, wie bei Tieren mit Erkrankungen des Verdauungstraktes, die mit massiven Dysbiosen einhergehen. In dem Fall sollte das Fleisch erhitzt werden.  <\/li><li>Es nicht fl\u00e4chendeckend m\u00f6glich Tiere mit Fleisch aus Bioproduktion zu versorgen. Aber auch dort finden sich resistente Keime, wenn auch deutlich seltener als bei konventioneller Mast.<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><a><strong>Quellen<\/strong><\/a><strong><\/strong><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Bundesinstitut f\u00fcr Risikobewertung, diverse Seiten dort:<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p><a href=\"https:\/\/www.bfr.bund.de\/de\/presseinformation\/1996\/01\/avoparcin_als_futterzusatzstoff_in_der_tierernaehrung_vorlaeufig_verboten-780.html\">https:\/\/www.bfr.bund.de\/de\/presseinformation\/1996\/01\/avoparcin_als_futterzusatzstoff_in_der_tierernaehrung_vorlaeufig_verboten-780.html<\/a><\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Volker Rusch, Bakterien -Freunde oder Feinde<\/li><li>Susanne Kirsten, Unterrichtsmaterialien \u201eStrategien zur Behandlung von resistenten und nichtresistenten Keimen in der Tierheilpraxis\u201c<\/li><\/ul>\n\n\n\n<p>Susanne Kirsten, Tierheilpraktikerin<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Keime oder Mikroben sind \u00fcberall, im Wasser, im Boden, in der Luft, auf Fleisch und Sauerkraut und auch im Darm. 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