Kastration von Ferkeln ohne Betäubungs-und Schmerzmittel

Die Größe und den moralischen Fortschritt
einer Nation kann man daran messen,
wie sie ihre Tiere behandeln.
(Mahadma Gandhi)

Ferkel werden so kastriert: Das Tier wird in ein Gestell gespannt oder an den Hinterläufen gepackt. Dann setzt man an den Genitalien an, quetscht mit einer Zange den Samenstrang ab und schneidet mit dem Skalpell die Hoden heraus. Das junge Tier wird in der Regel nicht betäubt. Es erlebt die Tortur bei vollem Bewusstsein.

Etwa 20 Millionen männliche Ferkel werden in Deutschland pro Jahr so behandelt. Durch die Prozedur werden ein paar Euro gespart.

Tierschutzgesetz

Vierter Abschnitt Eingriffe an Tieren§ 5

(1) An einem Wirbeltier darf ohne Betäubung ein mit Schmerzen verbundener Eingriff nicht vorgenommen werden. Die Betäubung warmblütiger Wirbeltiere sowie von Amphibien und Reptilien ist von einem Tierarzt vorzunehmen. ….

(2) Eine Betäubung ist nicht erforderlich,

1. wenn bei vergleichbaren Eingriffen am Menschen eine Betäubung in der Regel unterbleibt oder der mit dem Eingriff verbundene Schmerz geringfügiger ist als die mit einer Betäubung verbundene Beeinträchtigung des Befindens des Tieres,

2. wenn die Betäubung im Einzelfall nach tierärztlichem Urteil nicht durchführbar erscheint.

(3) Eine Betäubung ist ferner nicht erforderlich

1. für das Kastrieren von unter vier Wochen alten männlichen Rindern, Schafen und Ziegen, sofern kein von der normalen anatomischen Beschaffenheit abweichender Befund vorliegt,….

§ 6

(1) Verboten ist das vollständige oder teilweise Amputieren von Körperteilen oder das vollständige oder teilweise Entnehmen oder Zerstören von Organen oder Geweben eines Wirbeltieres. Das Verbot gilt nicht, wenn

2a. unter acht Tage alte männliche Schweine kastriert werden,

Eingriffe nach

Nummer 2a, die nicht durch einen Tierarzt vorzunehmen sind, sowie

3. Absatz 3 dürfen auch durch eine andere Person vorgenommen werden, die die dazu notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten hat. Im Anschluss an die Kastration eines über sieben Tage alten Schweines sind schmerzstillende Arzneimittel einschließlich Betäubungsmittel bei dem Tier anzuwenden.

Soweit das Tierschutzgesetz.

Das bedeutet, dass einem Ferkel bis zum 7. Lebenstag jegliche Schmerzempfindung abgesprochen wird. Ab dem 8. Lebenstag hat es im Sinne des Tierschutzgesetzes dann ein Schmerzempfinden und ein Recht auf Schmerz- und Betäubungsmittel.

Was aber macht Ferkel, Rinder, Schafe und Ziegen so besonders? Denn andere Tiere wie Pferde, Hunde und Katzen dürfen nicht ohne Grund und schon gar nicht ohne Betäubung kastriert werden. Na haben Sie es gemerkt? Die letztgenannten stehen nicht auf unserer Speisekarte oder im Falle von Fohlen nur selten. Das bedeutet, dass es Marktwirtschaftlich irrelevant ist, da die Kastration dann von Privatleuten bezahlt wird.

Warum werden die Ferkel Kastriert? Männliche Schweine entwickeln einen hormonell bedingten Eigengeruch, der in der Pfanne nicht erwünscht ist. Das ist in Deutschland und einigen anderen EU-Ländern der Fall. Nicht so in Spanien. Dort werden nur die 20% für den Export bestimmten männlichen Schweine kastriert.

Laut der „European declaration on piglet castration“ soll die Ferkelkastration seit dem 1. Januar 2012 nur noch mit anhaltender Analgesie und Anästhesie durchgeführt werden.

Und im Jahr 2013 entschied der deutsche Bundestag das umzusetzen. Aber natürlich nicht sofort, fünf weitere Jahre Übergangsfrist wurden der Branche zugestanden. Nun sind diese fünf Jahre um und was macht die Regierung? Sie verlängert die Frist um mindestens weitere zwei Jahre, denn wie soll sich die Branche in nur 60 Monaten umstellen?

Dazu schrieb Petra Pinzler in der „Zeit“ am 25. April 2018:

….Christina Schulze Föcking (CDU), die Landwirtschaftsministerin der schwarz-gelben Landesregierung von Nordrhein-Westfalen. Sie hat für die Agrarministerkonferenz dieser Woche einen vertraulichen „Beschlussvorschlag“ schreiben lassen, der der ZEIT vorliegt. Darin heißt es: Für einen Ausstieg aus der „betäubungslosen Kastration von Eberferkeln zum 1. Januar 2019“ stünden „keine praktikablen Alternativen für eine flächendeckende Anwendung zur Verfügung“. Deswegen solle die Sache verschoben werden, „bis die entsprechenden Ergebnisse vorliegen“.

So ein Beschlussvorschlag könnte ein Fall von landesministerieller Anfängerignoranz sein, Schulze Föcking ist erst ein Jahr im Amt. Da kann man noch nicht alles wissen. Doch seit fünf Jahren, also seit das Gesetz beschlossen wurde, sind Untersuchungen erschienen, die zumindest ihre Mitarbeiter kennen müssten. Beispielsweise jenes Papier des Bundeslandwirtschaftsministeriums, jenes Hauses, das nicht gerade als geborener Gegner der billigen Massentierhaltung bekannt ist. Das schrieb im Dezember 2016 den „Bericht der Bundesregierung über den Stand der Entwicklung alternativer Verfahren und Methoden zur betäubungslosen Ferkelkastration“. In dem steht, was es an Alternativen gibt: Die Ferkel können vor der Prozedur betäubt werden. Das Wachstum ihrer Hoden kann durch Hormone unterdrückt werden. Oder sie wachsen einfach als Eber auf. …

In den nächsten zwei Jahren werden weitere 40 Millionen Ferkel alleine in Deutschland Schmerzen erleiden müssen, damit genug Wurst und Schnitzel auf den Tisch kommen und das natürlich zu Dumpingpreisen.

Was kostet denn eigentlich die Kastration mit Schmerz und Betäubungsmittel?

Im Vergleich der Verfahren ist die Injektionsnarkose am günstigsten einzusetzen. Neben den reinen Materialkosten schlagen die Kosten für die tierärztliche Leistung und bei der Inhalationsnarkose die Anschaffung und Wartung des Narkosegerätes zu Buche. Der Preis pro Ferkel variiert je nach Zahl der zu kastrieren den Ferkel und dem Zeitbedarf für die Arbeitsabläufe zwischen

Injektionsnarkose 3-4 Euro

Inhalationsnarkose 4-5 Euro

Das Schlachtgewicht liegt bei ca 110-120 kg nach einer Mast von 6 Monaten. Der Schlachterlös eines kastrierten Schweines liegt bei 185€. Ja das ist zu verstehen, dass zusätzliche Kosten von 3-5 Euro pro Tier den Mastbetrieben nicht zuzumuten sind. Auch dem Schweinefleischesser sind Mehrkosten von 3-5 Cent pro Kilo verspeistes Ferkel ganz sicher nicht zuzumuten.

Gibt noch andere Möglichkeiten den Ebergeruch zu verhindern?

Die Immunokastration

Ganz vermieden wird die Kastration beim Einsatz des Impfstoffes „Improvac®“ der Firma Pfizer, der im Tier Antikörper erzeugt, die die Produktion von Geschlechtshormonen unterdrücken. Die Immunokastration muss im Vorfeld sorgfältig mit dem Schlachthof abgesprochen werden, damit die männlichen Tiere mit Hoden nicht versehentlich als Eberfleisch gemaßregelt werden.

Ausgerechnet am Tag der Abstimmung im Bundesrat hat das staatliche Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit (FLI) eine Stellungnahme zu den Alternativen zur betäubungslosen Ferkelkastration vorgelegt. Es formuliert darin seine Empfehlung sehr eindeutig. „In Abwägung der Belastungen für die Tiere ist aus tierschutzfachlicher Sicht die Impfung gegen Ebergeruch die mit Abstand geeignetste Alternative zur betäubungslosen Ferkelkastration“, schreibt das FLI darin.

Die geimpften Tiere würden ruhiger, weniger aggressiv, zeigten weniger Aufreiten und ihre Hoden würden kleiner. Tiere, die bei der Impfung „durchgerutscht“ sind, können anhand dieser Verhaltensmerkmale erkannt und nachgeimpft werden. Nach Erfahrungen aus der Praxis betreffe dies lediglich 0,5-2 % der Tiere. „Werden diese Tiere nachgeimpft, ist die Geruchsvermeidung durch die Impfung genauso wirksam wie bei chirurgischer Kastration“, so die Wissenschaftler in ihrer Stellungnahme weiter.

Das häufigste Argument gegen die Impfung, die Befürchtung, dass Verbraucher Fleisch von geimpften Tieren ablehnen, wischen die Forscher ziemlich deutlich vom Tisch. „Dass mögliche Gründe für eine Ablehnung wissenschaftlich nicht haltbar sind, liegt auf der Hand: Im Hinblick auf die Lebensmittelsicherheit ist der Impfstoff unbedenklich, da er nur nach Injektion wirksam wird und bei oraler Aufnahme im Verdauungstrakt vollständig abgebaut wird“, schreiben sie. Daher bestehe auch keine Wartezeit. Beim Fleisch geimpfter Tiere handele es sich auch nicht um „Hormonfleisch“, so die Wissenschaftler weiter. „Zwar wird mit der Impfung in den Hormonhaushalt der Tiere eingegriffen, allerdings passiert dies bei jeglicher Form der Kastration“, schreiben sie.

Kosten: Improvac ca. 4 Euro

Eine weitere Möglichkeit Leiden zu verhindern wird in Skandinavien praktiziert.

Im Mittelpunkt der aktuellen Diskussion steht die Kastration mit Lokalanästhesie, der so genannte „skandinavische oder vierte Weg“. Dort führen die Ferkelerzeuger die Kastration unter lokaler Betäubung selber durch. Möglich sind verschiedene Varianten der Lokalanästhesie: Das Betäubungsmittel wird entweder direkt in die Hoden gespritzt oder aber in den Hodensack und in die Leiste neben die Samenstränge.

Kritiker sagen, dass dieses Vorgehen für die Ferkel sehr schmerzhaft ist und die richtige Dosierung sowie das korrekte Treffen der Injektionsstelle häufig Probleme bereiten. Schulungen sind also so oder so von Nöten.

Ach übrigens, kennen Sie schon die Informationen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)?

BZL-Broschüre: So leben Schweine

Dort heißt es: „Wussten Sie, dass Schweine zu den klügsten Säugetieren gehören? Sie haben einen ausgeprägten Spiel- und Erkundungstrieb und sind sehr saubere Tiere.“

Intelligent? Ja – Schmerzempfinden? Nein

Susanne Kirsten, Tierheilpraktikerin

Quellen

https://www.zeit.de/2018/18/fleischwirtschaft-ferkel-kastration-betaeubung-tierschutz-nrw
https://www.bioland.de/fileadmin/dateien/HP_Dokumente/Allgemeine_Informationen/MBFerkelKastration.pdf
https://www.praxis-agrar.de/tier/schweine/ferkelkastration-ist-der-vierte-weg-eine-alternative/
https://www.topagrar.com/schwein/news/staatliche-forscher-empfehlen-immunokastration-9833233.html

Hintonia latiflora

Hintonia latiflora ist eine Pflanzenart innerhalb der Familie der Rötegewächse (Rubiaceae). Sie ist in weiten Teilen Zentral- und Südamerikas, vor allem in Mexiko und Guatemala verbreitet. Trivialnamen sind Copalchi oder Mexikanischer Fieberrindenbaum. Die Verwendung in Teezubereitungen ist in ihrer Heimat bereits seit langem unter der indigenen Bevölkerung gebräuchlich und seit dem 19. Jahrhundert in Europa vor allem in Spanien und auch in Deutschland bekannt. In der Volksmedizin der Ursprungsländer besitzt Hintonia latiflora als Teegetränk eine lange Tradition.

Die Rinde der Hintonia latiflora Tee-Pflanze wird vom Baum geschält und zerkleinert. Wichtig bei der nachhaltigen Ernte ist, dass von der Hintonia Pflanze nur soviel von der Rinde geschält wird, dass sich die Rinde wieder kurzfristig regenerieren kann und der Baum in seiner Gesamtheit keinen Schaden nimmt.

Verwendung:

Die Verwendung von Hintonia hat als Nahrungsergänzungsmittel eine lange Tradition, es wird dem Hintonia-Tee eine Verbesserung von Gesundheit und Vitalität nachgesagt wird.

Hintonia latiflora findet in Mittel- und Südamerika als Heilmittel zur Fiebersenkung, als Stärkungsmittel und zur diätetischen Verbesserung des Blutzuckerhaushaltes Einsatz. In Mexiko werden „Copalchi-Rinden“ zur Fiebersenkung bei Malaria, als Roborans sowie bei dyspeptischen Beschwerden verwendet. Auch die Verwendung in Kräutertees in der Rekonvaleszenz oder allgemein als gesundheitsfördernde Maßnahme aufgrund der enthaltenen pflanzlichen Polyphenole ist weit verbreitet.

In Europa werden seit Anfang des 19. Jahrhunderts Zubereitungen aus Hintonia latiflora als Tee zur Erhaltung der Gesundheit und unterstützend zur Stabilisierung physiologischer Blutzuckerwerte eingesetzt. Über die Hintonia-Pflanze und deren Zubereitungen liegt ein jahrhundertealtes Erfahrungswissen vor. In Deutschland ist die Verwendung schon vor mehr als 50 Jahren dokumentiert. Als Tagesgetränk für einen gesunden Zuckerstoffwechsel wird in Monographien das Trinken von mehreren Tassen Hintonia-Tee über den Tag verteilt empfohlen.

In einer Studie wird nachgewiesen, dass ein Extrakt aus Hintonia latiflora, der unter dem Namen Sucontral® als Phytoantidiabetikum Anwendung findet, neben seiner Blutzucker-senkenden Wirkung auch einen vasodilatierenden Effekt besitzt und deshalb möglicherweise Diabetes-assozierte Gefäßveränderungen günstig beeinflusst.(1)

Der Effekt einer Hintonia Zubereitung über die Grundeinstellung von Typ-II-Diabetikern hinaus wurde in einer nicht interventionellen, offenen, monozentrischen klinischen Studie untersucht. Nach 18-monatigem Einsatz waren alle Werte der Blutzuckerkontrolle verbessert. Hintonia könnte damit in der Tat als diätetische Maßnahme zu einer Stabilisierung der diabetischen Grundeinstellung beitragen (2).

Inhaltsstoffe

  • Polyphenolische Substanzen: Neoflavonoide meist als Glykoside, z.B. das Coutareagenin
  • Flavon/Flavonol: 7-Methylluteolin, Quercetin
  • Phenolcarbonsäuren: Chlorogensäure, p –Hydroxybenzoesäure, Kaffeesäure, Vanillinsäure
  • Gerbstoffe: Catechingerbstoffe
  • TriterpeneAlkaloide: Früher dachte man, die Rinde enthalte auch Chinin oder Chinidin. Nach neuen Untersuchungen enthält Hintonia jedoch keinerlei Alkaloide.
  • Cumarine: 4-Phenylcumarin

Zubereitung:

1 Esslöffel Hintonia Rinde mit einem Liter sprudelnd kochendem Wasser übergießen und ca. 5 Minuten ziehen lassen.
Es wird empfohlen, täglich 1 Liter Hintonia Tee über den Tag verteilt, vor allem nach den Mahlzeiten zu trinken. Der Hintonia-Tee ist sehr bitter im Geschmack.

Eigene Erfahrungen

Ich verordne Hintonia Präparate zur Unterstützung bei Hunde und Katzen mit Diabetes. Bei Tieren mit diabetischer Polyneuropathie und auch Lähmungserscheinungen verordne ich zusätzlich alpha liponsäure.

Copalchi-RindeHintonia latiflora (Moc. et Sesse ex DC.) Bullock Wirkungsweise:

  • Verringerung der Insulinresistenz
  • Hepatische Wirkung durch Reduktion des Rückbaus von gespeichertem Glykogen zu Glukose
  • Pankreas-regenerierender Effekt
  • Unterstützend bei Diabetes mellitus, Dyspepsie

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und stellt keine Anweisung zur Selbsthilfe dar. Suchen Sie mit Ihrem kranken Tier einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker auf.

Präparate

Sucontral Tr. und Sucontral D Diabetiker Kapseln (Firma Harras Pharma Curarina Arzneimittel GmbH, München)

Quellen

(1). Vierling, Christina (2005): Zum vasodilatierenden Effekt des antidiabetisch wirkenden Hintonia-latiflora-Extraktes: In-vitro- und In-vivo-Messungen. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät, https://edoc.ub.uni-muenchen.de/4096/

(2). Korecova, M., Hladicová, M., and Korec, R. (2006). Hintonia latoflora bei Typ-2-Diabetes. Klinische Langzeitstudie. In: Z. f. Phytother. 27 (6): 272-278

https://de.wikipedia.org/wiki/Hintonia_latiflora

Was ist eigentlich chinesische Medizin

Die TCM bietet viel mehr als Akupunktur. Sie basiert auf den folgenden Methoden.

Die Diätetik

Die Diätetik ist die Ernährungstherapie in der TCM. Gesundheit beginnt, da erzähle ich wirklich nichts Neues, mit einer der Art und Spezies angemessenen Ernährung. Artgemäß bedeutet, dass ein Kaninchen Kräuter, Gras und anderes Grünzeug frisst, ein Hund frisst von Natur aus andere Tiere, also Fleisch und was sonst im Tier steckt, eine Katze ebenso und ein Pferd wird auch nur gesund bleiben, wenn es Kräuter und Gräser zu sich nimmt.

Und genau da fangen die Probleme schon an. Kaninchen werden mit pelletierten Getreideerzeugnissen gefüttert, auch das Futter der Hunde und Katzen ähnelt einem Tier nicht im entferntesten. Auch dort finden wir immer noch viel Getreide und Hydrolisate (was das ist erkläre ich später einmal). Und die Pferde, die haben es doch gut auf ihrer Weide! Nein, denn dort stehen Monokulturen von Gräsern, die unsere Pferde fett machen.

Die Ernährungstherapie sollte also mit der artgemäßen Fütterung ansetzen und dann anschauen, was das zu behandelnde Tier konstitutionell mitbringt. Wenn die Ernährung angepasst ist, schauen wir uns die Haltung und den Umgang mit dem Tier an. Auch dort gibt es noch viel zu verbessern. Eine gezielte Bewegungstherapie kann viele Erkrankungen aufhalten und heilen.

Akupunktur

Und wenn das Tier dann immer noch krank ist, wird zusätzlich mit Akupunktur ausbalanciert. Kurzgefasst kommt es bei Krankheit zu Blockaden im freien Fluss der Lebensenergie Qi in den Leitbahnen. Blockaden erzeugen Schmerzen. Weiterhin wird der Körper nicht mehr gut genährt, weil Transportmechanismen durch die Blockaden lahmgelegt werden. Ein solcher Mangel an Nährung wird der Körper eine Zeit lang gut kompensieren. Langfristig werden immer mehr energetische Prozesse beeinträchtigt und zuletzt leiden auch die struktiven Kräft. Die Krankheit hat sich in der Tiefe manifestiert. Energetische Blockaden lassen sich sehr gut mit Akupunktur ausbalancieren. Gibt es struktive Veränderungen, so sollten zusätzlich Kräuter individuell verordnet werden.

Moxibustion

Akupunktur gibt es in China nicht solo. Der Begriff „Zhen Jiu“ bedeutet stechen und brennen. Das Stechen steht für die Akupunktur, das Brennen steht für die Moxibustion. Es werden Kegel mit speziellem Moxakraut, eine chinesische Artemisia Art, auf der Nadel oder in einem Kästchen oder auf einer Unterlagen, wie Ingwerscheiben, abgebrannt. Das führt dem Körper Wärme und damit Yang Qi zu.

Pferderücken mit Moxakegeln auf Ingwerscheiben

Chinesische Arzneimittel Therapie

Genau genommen verordnen chinesische Therapeuten nicht nur Kräuter, sondern auch Stoffe anderer Herkunft. Das können Teile oder Exkremente von Tieren sein, Mineralien, Lebensmittel wie Reis und Soja und eben auch Pflanzen. Einige Stoffe sind auf Grund des Cites Abkommens hier nicht erhältlich. So muss der in Deutschland arbeitende Therapeut die alten, seit Jahrhunderten gebräuchlichen Rezepturen oft modifizieren. Mir stellt sich die Frage, ob und wie das Weglassen von Stoffen wie ling yang jiao Cornu Antilopis-Antilopenhorn, die ursprüngliche Rezeptur verändert.

Westliche Kräuter in der TCM

Auf Grund dieser und anderer Probleme mit den chinesischen Rezepturen, verwende ich seit 2005 mit großem Erfolg „westliche Kräuter“ einkategorisiert in die Gruppen der TCM. Die Eigenschaften der hier wachsenden Pflanzen sind schon den „alten Griechen“ bekannt gewesen und kommen nun wieder zum Einsatz. Zudem bin davon überzeugt, dass Individuen die natürliche Nahrung und Kräuter des Lebensraumes vertragen in das sie hineingehören.

Tuina anmo

Die Tuina anmo Therapie ist eine manuelle Therapie, die auf Basis einer ganzheitlichen Diagnose nach den Regeln der Chinesischen Medizin den gesamten Körper in die Behandlung einschließt. Sie ist vergleichbar mit physiotherapeutischen Anwendungen, nur dass der Tuina Therapeut eigenständig in der Lage ist Diagnosen zu stellen.

Gua Sha

Gua sha ist eine traditionelle ostasiatische Technik, die mit Instrumenten wie Hornschabern, ein Pressen und Streichen auf der Körperoberfläche einsetzt, um so einen Heilungsreiz auszulösen. Es eignet sich zur Behandlung von Muskelverspannungen ebenso, wie zur Behandlung von zum Beispiel Infekten.

Betty liebt Gua Sha


Qi Gong

Leider können wir unsere Tiere nicht anleiten Qi Gong Übungen auszuführen. Doch sind meine Katzen und Hunde immer ganz aufmerksam und ambitioniert dabei, wenn ich meine wöchentlichen Kurse abhalte. Qi Gong ist eine wundervolle, einfache Möglichkeit den eigenen Körper geschmeidig zu halten oder zu machen. Mit dem Atem leiten wir das Qi im Körper und vertiefen die Atmung. Wir fühlen uns danach wacher und lebendiger. Schmerzen verschwinden und Wohlbefinden stellt sich ein. Wenn wir uns wohlfühlen, so tragen wir massgeblich dazu bei, dass unsere Tiere gesund sind!

Diese Methoden machen in ihrer Gesamtheit die traditionelle chinesische Medizin aus. Es stimmt mich traurig, dass die TCM im Westen allzu oft auf die Akupunktur reduziert wird. Gut geschulte TCM Therapeuten haben den Anspruch den Patienten ganzheitlich zu behandeln, also das System als Ganzes zu betrachten. Zur Diagnose gehören verschiedene Methoden, wie Zungendiagnose, Puls tasten, Leitbahndiagnostik, aber auch das Befragen des Patientenbesitzers, und der Einsatz aller Sinnesorgane. Erst dann kann entschieden werden welche Methoden der TCM zum Einsatz kommen. Und da ist es doch Schade, wenn man nur eine der Methoden zur Vefügung hat.

Ingwer in aller Munde!

Was macht Ingwer (Zingiber officinalis) eigentlich so besonders, dass jedes Tier die Wurzel bei fast jeder Erkrankung bekommt? Die TCM kategorisiert Kräuter nach Geschmack, Temperatur und Wirkrichtung. Das orientiert sich teils am subjektiven Empfinden, dass das Kraut bei Genuss auslöst. Es gibt aber auch den Geschmack als theoretisches Konzept. Der Geschmack wird dabei als Eigenschaft des Krautes verstanden und bezieht sich auf die Wirkung die es im Körper hat. Das muss sich aber nicht mit dem Geschmack im Mund decken (kann es aber).

Die Ingwerknolle

Der Ingwer ist, wie im wirklichen Leben, im Geschmack als scharf anzusehen. Und scharfes bewegt alles mögliche im Körper. Das ist immer dann hilfreich, wenn Krankheiten zu Stagnation, also zu einem Mangel an Bewegung, zum Beispiel in den Gelenken führen. Also könnte Ingwer helfen, wenn ein Tier unter einer Erkrankung des Bewegungsapparates leidet? Im Prinzip ja, wenn da nicht noch zusätzlich das Konzept des Temperatur des Krautes wäre.

Sowohl in China als auch in Europa werden Heilkräuter seit über 2000 Jahren in Temperaturkategorien eingeteilt. Die für die Heilkräuter angegebene Temperatur bezieht sich auf ihre Wirkung auf den Körper.

Und was passiert, wenn wir Ingwer zu uns nehmen? Uns wird richtig heiß, zumindest, wenn die Ingwerwurzel von guter Qualität ist. Nun kann man sagen, das der Ingwer Hitze produziert, weil er scharf ist. Jain, denn es gibt auch scharfe Kräuter, wie den Eukalyptus, die kühlen.

Und dann haben die Kräuter unter Umständen noch eine Wirkrichtung im Körper.

Der frische Ingwer geht zur Oberfläche, zum Biao, zur Lunge und zu Milz und Magen. Das mit der Oberfläche merkt man, wenn man anfängt zu schwitzen nach dem Genuß von Ingwer. Aus der Lunge kann er bei Atemwegskatarrhen kaltem (klaren und weißen) Schleim ausleiten.

Zu oder nach schwer verdaulichem Essen genossen, kann er vor Überkeit schützen. Auch bei Reise-und Seekrankheit und Schwangerschaftsübelkeit hat sich der frische Ingwer bewährt.

In getrockneter Form verstärken sich der Geschmack und die Temperatur. Er wirkt also heißer im Körper. Damit können Zustände von innerer Kälte ebenso behandelt werden, wie auch sogenannte äußere krankmachende Faktoren. Das kann eine Erkältung im Anfansstadium sein, wenn der Körper fröstelt. Die Tiere haben dann die Haare aufgestellt, um ein Wärmepolster zu bilden oder sie suchen Wärme.

Und? Haben alle Tiere die Ingwer verabreicht bekommen innere oder äußere Kälte? Ganz sicher nicht. Was passiert denn, wenn sie Ingwer trotzdem wochen-oder monatelang zu sich nehmen müssen? Die Tiere werden, je nach Grundkonstitution Hitze im Körper entwickeln. Das bedeutet ganz praktisch gesehen, dass sich kalter Schleim in heißen Schleim umwandelt, dass Emotionen hitzig bis explosiv werden und auch, dass sich „kalte“ arthrotische Gelenke in akute heiße entzündete Gelenke wandeln können.

Wie kann Ingwer vernünftig eingesetzt werden?

Zuerst einmal sollte sicher gestellt sein, dass das Tier nicht unter hitzigen Prozessen leidet. Anzeichen dafür können Entzündungen, Unruhe und auch gefärbte, stark riechende Ausscheidungen sein. Weiterhin ist Ingwer, wie jedes Kraut nicht zur Dauermedikation geeignet. Auch wenn er gut hilft, so sollten nach zwei bis drei Wochen größere Pausen eingelegt werden, in dieser Zeit können Wechselkräuter verabreicht werden.


Die Katze und Kräuter ein Sonderfall

Durch den Gehalt an Terpenen und Phenolen sind Teebaumöl und viele andere ätherische Öle (Thymian -, Oregano – und Zimtöle) für Katzen toxisch. Katzen können durch die fehlende Fähigkeit zur Glucuronidierung (Verstoffwechselung) diese Verbindungen nur sehr langsam ausscheiden. Die Inhaltsstoffe des Teebaumöls reichern sich im Körper der Katze an, es kommt zur Vergiftung. Selbst wenn Tierbesitzer ihren Katzen nur wenige Tropfen Teebaumöl zur Flohbekämpfung auf das Fell tropfen, so können die Katzen doch bei der Fellpflege toxische Mengen aufnehmen und erkranken.

Dennoch gibt einige Heilpflanzen, deren Gebrauch für Katzen möglich ist. Mit „möglich“ meine ich, dass Katzen sehr eigene Ansichten vertreten hinsichtlich dessen, was sie zu sich nehmen möchten.

Katze frißt Katzenminze

Starte einen Versuch mit Katzenminze. Der lateinische Name lautet Nepeta cataria. Die heißt so, weil viele Katzen sie lieben. Nicht alle fahren darauf ab, denn es wird eine genetisch bedingte Vorliebe vermutet. Mit Katzenminze kannst Du Deiner Katze zum Beispiel das Futter schmackhaft machen.

Bei den Katzen, die darauf ansprechen, kann die Katzenminze genutzt werden, um eine Futterumstellung und die Verabreichung von Arzneimitteln zu erleichtern.

Weitere Einsatzgebiete

  • fiebrige Infekte
  • Bronchitis (akut und chronisch)
  • Magen-Darm-Infekte
  • Reizdarm
  • Folgen von Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • zur Beruhigung und Anregung

Die Anwendung

Am besten pflanzt Du die Katzenminze in Deinem Garten oder auf dem Balkon an. So kann sich Deine Katze immmer bedienen, wenn ihr danach ist. Du kannst auch die getrocknete Pflanze verwenden. Fülle ein Säckchen damit und Deine Katze wird sich selbst bespaßen.

Zerriebene Blätter kannst Du über das Futter streuen. Die Dosierung beträgt 1/2 gr, 2 x täglich.

Achtung: Wenn Deine Katze krank ist, so suche einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker auf.

Westliche Kräuter und TCM

Es eine ganze Reihe Gründe die westlichen Kräuter anzuwenden. Der einfachste ist wohl der, dass die Heilpflanzen gut verfügbar sind. Und wir haben ein Bild im Kopf, wenn wir ihre Namen hören (Gänseblümchen, Löwenzahn, Birke..) und ich denke es ist mehr als ein Bild, wir spüren unsere eigene Intuition.

Es eine ganze Reihe Gründe die westlichen Kräuter anzuwenden. Der einfachste ist wohl der, dass die Heilpflanzen gut verfügbar sind. Und wir haben ein Bild im Kopf, wenn wir ihre Namen hören (Gänseblümchen, Löwenzahn, Birke..) und ich denke es ist mehr als ein Bild, wir spüren unsere eigene Intuition.

Gänseblümchen

Das Konzept der westlichen Kräuter in der TCM ermöglicht uns einen sinnlichen und lebendigen Umgang mit einheimischen Heilpflanzen. Die Signatur einer Pflanze gibt uns Hinweise für ihren Einsatz. Bei uns in Europa haben wir ein über 2500 Jahre altes Heilpflanzenwissen. Ordnet und systematisiert man dieses nach den Kriterien der TCM, so eröffnen sich neue Möglichkeiten durch die Verknüpfung zweier Medizinsysteme, die dadurch zusammenwachsen.

Auch praktische Gründe wie einfache Beschaffung und Handhabung, bessere Qualitätskontrolle und geringere Kosten sprechen für die Anwendung dieses Wissens.

Tiere und Heilkräuter

Die frühen Menschen hatten noch einen intuitiven Zugang zu den Pflanzen. Ebenso verhält es sich bei den Tieren. Wild aufgewachsene Tiere „wissen“ um giftige und ungiftige Pflanzen, sie könnten sonst nicht überleben, wenn jedes Individuum durch Versuch und Erfolg oder Misserfolg immer wieder neu Erfahrungen sammeln müsste. Die Erfahrungen sind teils genetisch fixiert, teils werden sie durch abschauen von der älteren Generation übernommen. Das verhält sich so für Futterpflanzen ebenso aber auch für Pflanzen, die bei Krankheit und Unwohlsein eingenommen werden. Dieses Verhalten findet man auch bei Carnivoren.

Doch wie verhalten sich domestizierte Tiere? Bei ihnen ist der Instinkt häufig besser ausgeprägt, als beim Menschen, doch der Lebensraum ist soweit eingeschränkt, dass selektive Aufnahme von Pflanzen fast nicht möglich ist. Auf den Weiden stehen fast keine Kräuter und das selektive fressen der Pferde wird nicht gerne gesehen und durch diverse Maßnahmen verhindert.

Frauenmantel

Immer häufiger werden Kräuter zugefüttert. Der Markt bietet für Pferde Kräutermüslis, -mischungen etc. in jeder Zusammensetzung und Variante an. Was aber ist sinnvoll? Die Tiere fressen selektiv, dh. sie suchen sich das, was sie im Moment brauchen. Mischungen können diesem Verhalten nicht gerecht werden. Wie aber können wir herausfinden welche Kräuter das Tier gerade gebraucht werden, um einen Zustand der Dysbalance zu regulieren?

Wir brauchen eine genaue Beschreibung der Dysbalance… nennen wir sie Krankheit oder besser noch Muster, wie es die TCM nennt. Die Diagnose dieses Musters weist uns den Weg zu den Heilmitteln/Kräutern.

Dann brauchen wir eine genaue Beschreibung der in Frage kommenden Heilkräuter. Diese finden wir in den Kräutermonographien. Die Kräuter sind dort hinsichtlich ihrer Eigenschaften beschrieben. Diese Eigenschaften sind Qualitäten wie Geschmack, Temperatur und Wirkrichtung.

Unsere Diagnose, das Muster legen wir nun wie ein Raster über die Monographien; die Heilkräuter, deren Eigenschaften den Mustern am ähnlichsten sind, können den Prozess der Heilung fördern.

Schon wieder ein neuer Blog!

Was will ich hier eigentlich? Ich möchte über die traditionelle chinesische Medizin und im speziellen über die Tier TCM informieren. Mit leicht verständlichen Texten spreche ich ebenso interessierte Laien, wie auch fortgeschrittene Therapeuten an. In lockerer Folge kannst Du mehr über die Theorien der TCM und die Techniken erfahren. Mein Herzblut gehört den Kräutern. Dabei wende ich die Pflanzen an, die hier wachsen. Auch zur Akupunktur und ihrer Wirkweise kannst Du näheres Erfahren.